Feuerbrand - Kontrolle im Garten notwendig!
Eine schwer bekämpfbare Bakterienkrankheit gefährdet Obst- und Zierpflanzen, sowie Bäume des Waldes.
Aktuelle Feuerbrandsituation
Wie auch in den letzten Tagen der Presse zu entnehmen war, hat sich die schwer bekämpfbare Bakterienkrankheit Feuerbrand auch in weiten Teilen der Steiermark stark ausgebreitet. Insbesondere in der West- und Oststeiermark ist es zu starkem Feuerbrandbefall während der späten Blühphase gekommen. Bedroht von dieser Krankheit sind insbesondere der steirische Erwerbsobstbau, aber auch natur- und landschaftsprägende Streuobstbestände, Einzelbäume und Sträucher, Baumschulen, öffentliche Grünanlagen, Hausgärten und in weiterer Folge auch der Wald. Eine weitere Ausbreitung kann nur verhindert werden, wenn Krankheitsherde sofort erkannt und vernichtet werden.
Befallen sind neben den Kernobstgehölzen Apfel, Birne und Quitte auch anfällige Ziergehölze wie Weißdorn, Rotdorn, Feuerdorn, Zwergmispel, Zierquitte, Wollmispel, Mispel, Photinia, die Felsenbirne, verschiedene Sorbusarten (Eberesche, Elsbeere u. a.) und Cotoneaster. Als Bürgermeister/in der Gemeinde möchte ich Sie bitten, die Pflanzen in ihrem Garten zu kontrollieren und verdächtige Welke und Absterbeerscheinungen sofort am Gemeindeamt zu melden. Für die Stadt Graz ist der Magistrat Graz (Abteilung für Grünraum und Gewässer - Ing. Robert Grill 0664/4128608 ehem. Stadtgartenamt) zuständig.
Auf die wichtigsten Befallssymptome möchte ich nochmals hinweisen:
· Abgestorbene und verbrannte Blütenbüschel
· Nach unten gekrümmte Triebspitzen
· Das Absterben der Blätter beginnt über dem Blattstiel
· Schleimpfropfen besonders auf frisch befallenen Früchten ? wegen Verschleppungsgefahr nicht berühren
Gefährlichkeit der Krankheit
Die Krankheit bedeutet keine Gefährdung für Menschen und Tiere, sondern ist ?nur? eine Bedrohung für die betroffenen Pflanzenarten.
Das besondere Gefährdungspotenzial der Krankheit ist vor allem durch 3 Punkte gegeben:
1. Weite Verbreitung der Wirtspflanzen in großer Dichte
2. Außerordentlich hohe Ansteckungsgefahr
3. Schwierige Bekämpfung
Übertragen wird das Bakterium mit kleinsten Tröpfchen durch Insekten, Wind und Regen, aber auch durch den Menschen, der mit befallenem Pflanzenmaterial und deren Erzeugnissen und durch infiziertes Schnittwerkzeug wesentlich dazu beitragen kann. Sauberkeit in den Obstanlagen und beim Obstbaumschnitt sollte daher oberstes und wesentliches Kriterium sein. Schnittwerkzeuge sind unbedingt zumindest nach jedem Baum zu desinfizieren.
Maßnahmen zur Bekämpfung ? Hygiene!
Hygiene bedeutet für Sie in erster Linie diese Pflanzenteile möglichst nicht zu berühren und Verdachtsfälle sofort beim zuständigen Gemeindeamt zu melden. Eine eigens geschulte Person wird die Pflanze begutachten und nötigenfalls eine Probe nehmen. Zur eindeutigen Diagnose ist eine Laboruntersuchung notwendig. Ist eine Pflanze stark befallen, ist sie meist nicht mehr zu retten. Wirksame Pflanzenschutzmittel sind derzeit nicht zugelassen. Die kranken Pflanzen oder Pflanzenteile werden unter Aufsicht der Behörde gerodet bzw. vor Ort ausgeschnitten und verbrannt oder andernorts sicher entsorgt. Wer seinen Garten und die darin wachsenden Pflanzen hegt und pflegt, dem fallen Veränderungen sofort auf. Schnelle Verständigung kann im Falle des Feuerbrandes viele vor größerem Schaden bewahren. Weitere Informationen erhalten Sie bei ihrem Gemeindeamt, sowie auf der Internetseite des Landes Steiermark unter: http://www.feuerbrand.steiermark.at

